Villa Kunterbunt mal anders

Kunterbunte Häuser mit Gesichtern, Herzchen, Sternchen und Fenstern in allen möglichen Formen und Größen – Wer jetzt denkt so etwas gibt es nur in Filmen, liegt eindeutig falsch. Mehrere Häuser dieser Art zieren eine Straße in Braunschweig.

Der Künstler James Rizzi aus Amerika brachte diese Kunstwerke dorthin, welche der Klasse O1 des Comenius Berufkollegs nun als Inspiration für ihr neues Kunstprojekt dienten. Es wurden mit Hilfe von Wasserfarben und Wachs zahlreiche „freundliche Häuser“ entworfen und auf Papier gebracht.

Werke O1 und O2 · 2020

Als erstes wurde weißes Papier mit Deckfarben bemalt. Viele in Form, Farbe und Größe unterschiedliche Flächen sind entstanden. Anschließend wurde ein alter Borstenpinsel zur Hand genommen um mit Wachs die Umrisse von Häusern auf das Papier zu zeichnen.  Um flüssiges Wachs zu erhalten, wurden zuvor Teelichter angezündet. Bei der Gestaltung der Häuser konnte die O1 ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Sobald das Wachs getrocknet war, konnte mit schwarzer Farbe das komplette Bild übermalt werden. Somit sind nur noch die mit Wachs übermalten Flächen zu sehen. Um die bunten Farben noch besser sichtbar zu machen, wurde das Wachs mit Hilfe der oberen Seite eines Bestecks abgekratzt.

Wenn man nun dieses Projekt in der Praxis umsetzen möchte, sollte man unbedingt die Zielgruppe beachten und ggf. passende Abwandlungen der einzelnen Arbeitsschritte und des Materials vornehmen.

Die hier vorgestellte Methode eignet sich sehr gut für Kinder der OGS. Alternativ könnte statt Teelichtern ein Wachserwärmer genutzt werden, um den Sicherheitsaspekt für jüngere Kinder miteinzubeziehen. Ein ähnliches Ergebnis könnte außerdem mit der Kratztechnik erzielt werden, bei welcher mit Wachsmalstiften das Papier zuerst bunt bemalt und anschließend mit schwarz übermalt wird. Dann können in die schwarze Fläche beliebige Formen gekratzt werden, welche bunt zum Vorschein kommen. 

Das Projekt unterstützt zusätzlich die allgemeinen Erziehungsziele, indem die Sach-, Selbst-, und Sozialkompetenz angesprochen werden. Im Bereich der Sachkompetenz lernt das Kind beispielsweise die verschiedenen Materialien und den Umgang mit diesen kennen. Außerdem das Phänomen, dass die Farben an den Stellen mit Wachs sichtbar bleiben. Die Sozialkompetenz beinhaltet gegenseitige Unterstützung, Beratung,  Einhalten von Absprachen und das Teilen des Materials. Die Selbstkompetenz kommt durch Selbsttätigkeit und Selbstwirksamkeit zum Vorschein. Das Kind lernt außerdem Entscheidungen zu treffen und erfährt Erfolgserlebnisse. Des Weitern werden auch die Entwicklungsbereiche, hier besonders der motorische Bereich berücksichtigt. Vor allem die Feinmotorik wird durch das Malen und Zeichnen, sowie kratzen gefördert.

Insgesamt hat das Kennenlernen und Ausprobieren dieser neuen Methode den Schülern und Schülerinnen sehr viel Freude bereitet und es sind kreative, individuelle Ergebnisse erzielt worden.

Autorinnen: Lena und Sylvana, O1

Thema: Freundliche Häuser – Malen mit Kerzenwachs
Künstler: James Rizzi

Bewegung, Spaß und Zusammenhalt …

… alles war mit dabei. Als die Oberstufe der angehenden Erzieherinnen und Erzieher des Comenius-Berufskolleg Witten am Dienstagmorgen des 19. August 2020 sich bei perfektem Sommerwetter auf den Weg zum Kletterwald mitten im schönen Wetter machen, haben sie noch keine Ahnung, was sie heute spannendes erleben werden.

ZWISCHEN NERVENKITZEL UND GRENZERFAHRUNG

Gerade angekommen und noch nicht ganz wach, wird die 20-köpfige Berufsfach-schulklasse von zwei der netten Mitarbeiter, auch „weiße Helme“ genannt, herzlich in Empfang genommen. Doch bevor es so richtig los gehen kann, gilt wie so oft im Leben-Sicherheit geht natürlich vor.

Sicherheitsinstruktionen werden vorgetragen, Gurte und Helme werden unter professioneller Beobachtung angelegt und auf Tauglichkeit überprüft.

UND JETZT?

Kann es endlich losgehen! Die letzten Gurte werden geprüft und die Helme aufgesetzt. Eine Mitarbeiterin begleitet die Klasse noch ein kurzes Stück zum ersten Kletterparcours.

Ab jetzt sind sie auf sich allein gestellt. Trotzdem bleiben die „weißen Helme“ immer in der Nähe. Die erste Schülerin hakt sich, noch etwas misstrauisch, in das über ihr hängende Stahlseil ein und swingt sich, nach ein wenig Überwindung, auf den circa drei Meter entfernten Holzsteg zum nächsten Baum.

Ein helles, erfreutes, noch ein bisschen skeptisches Lachen ist von ihr zu hören. Dies lässt sich natürlich auch der Rest der Klasse nicht entgehen! Nach ein paar Minuten der Eingewöhnung, ist der Spaßfaktor und die positive Stimmung der Klasse nicht mehr wegzudenken. Es wird herzlich gelacht (ja, manchmal auch aus Schadenfreude), gerutscht, geklettert!

Sichtlich ausgepowert aber Stolz, kommen die ersten Schüler/innen nach einer Stunde wieder zum vereinbarten Treffpunkt und brauchen erstmal eine Stärkung, bevor es wieder in höhere Gefilde geht. Bei anderen Teilnehmern ist an Pause nicht zu denken. Hier werden nahezu neue Kletterrekorde aufgestellt und Baumwipfel erklommen.

Auch hier brauchen die Schüler sprichwörtlich Nerven aus Drahtseilen, um das ein oder andere Hindernis zu überwinden. Manche erkennen ihre Grenzen und andere wachsen über sich hinaus und begeben sich mutig auf wackelige Brücken, röhrenförmige Netze, lange Seilrutschen und schwankende Baumstämme… Alles in bis zu circa 15 Meter Höhe.

Doch am Ende des Tages steht Fest:
STOLZ KANN JEDER EINZELNE AUF SICH SEIN!

Gegen 13.30 Uhr verabschiedet sich die nette Klasse mit einem gemeinsamen Klassenfoto auf der anliegenden Wiese und macht sich wieder auf in Richtung Witten.

UNVERGESSLICH BLEIBT DIESER AUSFLUG ALLEMAL!

Autorin: Antonia, O2